Bekenntnisse

von Nik

“Wer ziemlich sicher weiß, dass ein Abenteuer passieren wird, sollte sich den Honig von der Nase streichen und sich so gut wie möglich herausputzen, damit er so aussieht, als wäre er zu allem bereit.” — Pu der Bär

Seit November habe ich hier kein Wort mehr verloren und mein letzter Blogeintrag ist mittlerweile schon beinahe ein halbes Jahr her. Wieso das so ist oder woran es gelegen hat, weiß man nicht. Vielleicht am Studium, vielleicht am Leben, vielleicht auch bloß am vielen Platz, der jetzt auch abseits des Weges zum Nachdenken da ist. Genau kann das keiner sagen. Was ich aber sagen kann, ist: Es war keine Lethargie und keine Resignation und mir sind auch nicht die Worte abhanden gekommen. Vielmehr hat sich etwas ganz anderes eingestellt und hat zwischendurch weh, aber auch in großen Teilen sehr gut getan.

Doch inzwischen merke ich wieder: Ich will das Schreiben zurück! Ich brauche das Erzählen, das In-Buchstaben-Denken und das Sich-nicht-im-Klaren-darüber-sein-was-man-da-gerade-in-die-Tasten-haut und ich will es zurück. Vielleicht nur für kurz, vielleicht aber auch für länger. Gleichwohl bleibt abzuwarten, wie viel, wie oft und natürlich auch was überhaupt kommen wird. In jedem Fall geht’s für eine Weile weg von den 40 oder 52 Kilobyte großen Text-Dateien, die ich doch nur wieder und wieder für mich selbst lese, an ihnen rumbastele und sie jeden zweiten Tag umbenenne. Ein Wald an Sätzen – die zu großen Teilen nicht mehr als bloße Gedankenfetzen sind, nach langen Tagen um ein Uhr morgens aufgeschrieben und dann auch meistens nur für die Nacht, das Gefühl oder den Kratzer am linken Ellenbogen und als Antwort auf so triviale Fragen wie: Was war das jetzt? Wo bin ich? Oder gar: Ist das richtig so? Texte, die irgendwie helfen und gut tun und Spaß machen und mal gelungen, mal misslungen sind und meistens irgendwas dazwischen.

Um neu anzufangen wird es indes das Einfachste sein, die richtigen Bücher nebenher zu lesen, nach neuer Musik Ausschau zu halten, die wichtigsten Listen abzuarbeiten, mit allem anderen weiter zu machen und genau an diesem Punkt dann irgendwie wieder mit dem Schreiben anzufangen. Und dass dann allerdings sehr wahrscheinlich woanders und unter neuer URL und mit neuem Blogtitel und nicht mehr länger hier. Denn jede Geschichte hat einen Abschluss und Das Leben eines Freaks ist, zumindest für mich, mehr oder weniger zu Ende erzählt – auch wenn es sein kann (und das vielleicht sogar wahrscheinlich ist), dass eher viel zu wenig erzählt/gesagt/geschrieben wurde. Aber das kann man nicht mehr ändern.

Was sonst so passiert ist?

2012 ist voran geschritten, ich habe neue Haare, der Sommer steht mehr oder weniger vor der Tür und Of Monsters and Men singen in meinem Kopf “Because though the truth may vary / This ship will carry / Our bodies safe to shore” und das lautstark und in Endlosschleife und solange, bis ich ihnen erlaube damit aufzuhören und umfalle oder die Flucht antrete.

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